Niederalben 
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Erlebe die Pfalz

 

 Verschwundene Dörfer

Niederalben grenzt direkt an den Truppenübungsplatz, der normalerweise nicht betreten werden darf. Aber eine öffentliche Straße durch das Sperrgebiet verbindet das Dorf mit der Garnisonsstadt Baumholder, die schon zum Kreis Birkenfeld gehört. Wildromantisch folgt die Straße zuerst der Steinalb, dann der Totenalb. Der dichte Wald ist das Revier von Rehen und Wildschweinen, die in der Dämmerung bevorzugt an den Böschungen grasen oder zum Wasser wechseln. Entsprechend vorsichtig sollte man die kurvenreiche Strecke befahren. 


Etwa auf der Hälfte der Strecke öffnet sich das Tal und rechts von der Straße sieht man die Mauern eines alten Friedhofs und eine Gruppe von Mahnmalen, die an Gefallene des 1. Weltkriegs erinnern. 





Gleich dahinter steht eine Kirche, erbaut im modernistischen Stil der 50er Jahre, einsam im Gelände. Das ganze Ensemble, ohne ein anderes Zeichen von Besiedelung, mutet sehr rätselhaft an. Ein Schild auf dem alten Dorfplatz klärt uns auf und erzählt die Geschichte Erzweilers und der verschwundenen Dörfer. 


Der Ehrenhain mit den Mahnmalen für den 1. Weltkrieg sind die letzten steinernen Zeugen einer untergegangenen Dorfwelt, die der Vorbereitung auf den 2. Weltkrieg Platz machen mussten.

Schließlich ist auch Erzweiler wie die anderen Dörfer, von dem Truppenübungsplatz aufgesogen worden. Bis in die 70er Jahre war es das letzte noch bewohnte Dorf im Militärgebiet, aber dann wurde der Ort geräumt. Seine Einwohner waren schon seit Jahrzehnten nur noch Mieter ihrer Häuser und die endgültige Aufgabe des Dorfes war lange eingeplant. In den folgenden Jahren spürte man auch in Niederalben unter den Menschen ein fatalistisches Gefühl, daß ihr Dorf als nächstes dran sein könnte. Dazu ist es glücklicherweise nicht gekommen. 

Die Rheinpfalz-Zeitung berichtete in einem interessanten Artikel über ein Ehemaligen-Treffen in 2017, mit teils humorvollen Einblicken in das Leben in einem sehr besonderen Ort.

 

Die Webseite Geschichtswerkstatt Baumholder und das Dokument "20 Jahre Danach" geben uns einen interessanten und auch nostalgischen Einblick in das Leben damals und welchen Einschnitt die Schaffung des Sperrgebietes für die Menschen bedeutete.